KStA - 29.06.12 - Feuerwehr im Dauereinsatz

Feuerwehr im Dauereinsatz

KStA_-_29-06-12_Unwetter
Die Überschwemmungen im Kreisgebiet sind vielerorts sehr stark.  Foto: Christopher Arlinghaus

Ungewöhnlich heftiger Gewitterregen hat am Freitagnachmittag dafür gesorgt, dass Straßen und Keller überschwemmt wurden – und zwar in einem bisher nicht erlebten Ausmaß.  Von Malte Ewert


„Ich wohne hier jetzt schon 15 Jahre. Aber so etwas habe ich noch nicht gesehen“, sagte ein Anlieger der Olper Straße in Untereschbach. In der Tat: Um hier die Straße zu überqueren, hätten keine Gummistiefel mehr gereicht. Man brauchte schon ein Boot. „Alle verfügbaren Kräfte sind im Einsatz“, sagte Bürgermeister Andreas Heider gegen 16 Uhr: „Das Wasser umtost auch das Rathaus. Ich bin kaum aus der Tür gekommen.“


Die Feuerwehren mussten mitten im Feierabendverkehr die Verbindungen von Untereschbach in Richtung Immekeppel und in Richtung Steinenbrück voll sperren. Die Straßen waren eine einzige Seenfläche. Im Restaurant „Altes Zollhaus“ zum Beispiel stand das Wasser kniehoch. Auch das Gelände einer Tankstelle in Steinenbrück stand unter Wasser. Die Feuerwehr versuchte hier mit aller Kraft Folgeschäden zu verhindern.


Der Volbach in Immekeppel und die Sülz bis hinunter nach Rösrath waren als solche kaum noch zu erkennen. Alles war eine einzige Wasserfläche. In Immekeppel reichte der See sogar bis zur Löher Straße, die etwa fünf Meter höher als die Ortsdurchfahrt liegt. Bei der Feuerwehr gingen pausenlos Notrufe von Hausbesitzern ein, deren Keller unter Wasser standen.
Ähnliche Bilder auch in Hoffnungsthal und Rösrath. Die dortigen Feuerwehren baten die Kollegen im benachbarten Rhein-Sieg-Kreis um Hilfe, weil sie allein die vielen Einsätze nicht mehr stemmen konnten. Die Kollegen zum Beispiel aus Lohmar ließen nicht lange auf sich warten.
Selbst in Bergisch Gladbach-Refrath gab es noch Schäden. „Hier sind Bäche über die Ufer getreten, die das seit 30 Jahren nicht mehr getan haben“, sagte Stadt-Pressesprecher Stefan Kunze, der auf dem Heimweg von der Sintflut überrascht wurde.


In Overath und Rösrath waren die Feuerwehren noch den ganzen Abend über im Einsatz. Selbst Fachleute konnten sich zunächst nicht erklären, weshalb die Schäden und die Überflutungen so massiv aufgetreten sind. Zwar hatte es schon in der Nacht auf Freitag ein heftiges Gewitter gegeben. Aber dessen Wassermassen waren bis zum Morgen wieder abgelaufen. Offenbar war aber die Landschaft so mit Wasser vollgesogen, dass das Gewitter am Nachmittag das Fass mehr als nur zum Überlaufen brachte. Es platzte geradezu. Gegen 17 Uhr war dann für die Rettungskräfte langsam wieder Land in Sicht. Bürgermeister Heider: „Wir haben gerade eine Kehrmaschine bestellt. Der ganze Schlamm muss jetzt weg.“

Bilder unter: http://www.ksta.de/rhein-berg-oberberg,15189112,16511062.html